Internetrecht: Like-Button von Facebook ist rechtswidrig
10 Apr 2016

Internetrecht: Like-Button von Facebook ist rechtswidrig

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Nach einer Klage von Verbraucherschutzorganisationen gegen die Webseite www.fashionid.de des gleichnamigen Unternehmens sorgt das finale Urteil des Landgerichts Düsseldorf vom 9.3.2016 für Aufruhr und könnte viele Webseitenbetreiber betreffen. Nach diesem Urteil ist die Nutzung eines Facebook-Plugins rechtswidrig, das nicht nur die direkte „Like“-Option beinhaltet, sondern zudem noch Personen anzeigt, welche die Seite bereits geliked haben. Das Urteil wurde damit begründet, dass User explizit ihr Einverständnis über die Weitergabe ihrer persönlichen Daten an soziale Netzwerke geben müssen, was bei den meisten genutzten Facebook-Page-Plugins nicht der Fall ist. Dem User ist nicht bewusst, dass sein Name auf der Webseite (außerhalb von Facebook) erscheint.

Droht eine Abmahnwelle wegen dem Facebook-Page-Plugin?

Webseiten- & Webshop-Betreiber fürchten nun eine große Abmahnwelle. Natürlich muss sich jetzt die Frage gestellt werden, welche weiteren Plugins von dem Urteil betroffen sind. Schließlich funktionieren mehr oder weniger alle Social Plugins gleich, weder für Facebook, Twitter, Google+, Instagram oder sonstige muss der User bei der Nutzung sein Einverständnis zur Weitergabe seiner Daten geben. Zurzeit betrifft das Urteil nur das Facebook-Page-Plugin, doch aufgrund der Begründung dürfte es auch alle einfachen Like-Plugins einschließen.

Im Moment noch auf der sicheren Seite sind sogenannte „2-Klick-Lösungen„. Mit dieser Variante muss der Nutzer beim ersten Klick die Social-Plugin-Funktion an sich aktivieren, es erscheint ein Infotext über die rechtlichen Hintergründe. Der nächste Klick und die damit verbundene Nutzung des Plugins gilt als Einverständnis über die Datenübermittlung an Facebook (oder jedes andere soziale Netzwerk). Wie lange diese Form des Plugins noch rechtskonform ist, bleibt abzuwarten.

Schützen Sie sich gegen eine Abmahnung!

Schauen Sie sich Ihre Webseite genau an, wo Sie welches Plugin benutzen. Mit folgenden Tipps können Sie sich vor einer Abmahnung bewahren:

  • Nutzen Sie ein Facebook-Page-Plugin?
  • Haben Sie auf Ihren Seiten Facebook-Share- oder Like-Buttons eingebunden?
  • Welche weiteren Social-Sharing-Plugins nutzen Sie?
  • Sind vorhandene Sharing-Links rechtssicher eingebaut?
  • Haben Sie Facebook-Postings oder Videos in Ihrer Seite eingebunden?
  • Nutzen Sie Facebook-Advertising oder den Conversion-Pixel?
  • Erweitern Sie Ihr Facebook-Plugin mindestens zu der 2-Klick-Lösung
  • Entfernen Sie direkte Einbindungen (Plugins, Scripte, iFrames, etc.)

Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihre Webseite rechtssicher ist, kontaktieren Sie einen Fachmann. Idealerweise einen auf Internetrecht spezialisierten Rechtsanwalt. Die Kosten für eine rechtssichere Überprüfung liegen deutlich unter den Kosten für eine Abmahnung.